Sprachtherapie / Logopädie für Erwachsene


Auch Erwachsene sind nicht frei von angeborenen oder erworbenen Sprach- und Sprechstörungen, Hör- oder Stimmproblemen. Die Logopädie behandelt solche Störungen durch problemorientierte und ganzheitliche Methoden, die stets den ganzen Menschen im Blick haben.

 

Viele Sprachstörungen bei Erwachsen erweisen sich als erworbene Aphasien, die nach dem Abschluss des Spracherwerbs durch Erkrankungen oder als Operationsfolgen auftreten. Alle Bereiche des Sprachsystems können in unterschiedlichem Maß betroffen sein. Aphasien sind multimodale Störungen, weil sie Beeinträchtigungen beim Sprechen und Verstehen sowie beim Schreiben und Lesen verursachen können. Auch nicht-sprachliche Bereiche können in unterschiedlichen Schweregraden betroffen sein.

 

Sprechstörungen entstehen bei Erwachsenen durch motorische Störungen, die die ausführenden Sprechorgane betreffen. Durch diese entstehen Artikulationsmängel, Redefluss-Störungen und Störungen im Sprechablauf. Die Artikulationsgenauigkeit oder die Geschwindigkeit, mit der man sich artikuliert, unterliegen Störungen. Es kann zu Stottern oder Poltern kommen. Sind Sprachmotorik oder Sprachkoordination gestört, liegt eine Dysarthrophonie vor. Hier sind Störungen bei der Artikulation, der Sprechatmung und der Stimmbildung festzustellen. Von einer Sprechapraxie spricht man hingegen, wenn die für das Sprechen nötigen Bewegungsabläufe gestört sind. Das kann nach Schlaganfällen oder Hirnblutungen sowie durch Hirntumore der Fall sein.

 

Funktionell oder organisch bedingte Stimmstörungen stehen auch bei Erwachsenen in Zusammenhang mit der Persönlichkeit des Betroffenen sowie mit seinem Umfeld. Psychosomatische oder psychosoziale Einflüsse können durch eine Dysphonie oder eine psychogene Aphonie auf die Sprechweise einwirken. Sprech- und Singstimme können dabei Veränderungen oder Einschränkungen unterliegen. Ein veränderter Stimmklang, Schmerzen beim Sprechen, eine monotone Stimm-Melodie oder mangelnde stimmliche Belastbarkeit können eine logopädische Behandlung erfordern. Heiserkeit, die länger als vier Wochen andauert, sollte ärztlicherseits abgeklärt werden. Sie kann aber auch durch Fehlbelastungen in bestimmten Berufsfeldern oder durch chronische Nebenhöhlenprobleme entstanden sein. Organisch bedingte Stimmstörungen liegen vor, wenn es durch Operationsfolgen oder Entzündungsprozesse zu Stimmbandlähmungen und Ähnlichem gekommen ist. Mit einem Stimmverlust muss mancher Patient nach einer Kehlkopfentfernung (Laryngektomie) leben.

 

Schluckstörungen, Störungen der Nahrungsaufnahme oder Hörstörungen gehören ebenfalls in das weite Feld logopädischer Behandlungen.