Störungsbilder


In meinen Praxisräumen in Kiel und Itzehoe werden Störungen aus vier komplexen Bereichen der Sprache behandelt. Es geht um

  • Sprachstörungen
  • Sprechstörungen
  • Stimmstörungen
  • und Schluckstörungen.

 

Die Verursacher solcher Störungsbilder können organischer, funktioneller, krankheitsbedingter, post-operativer oder psychischer Natur sein. Kommen mehrere solcher Störungen zusammen, spricht man unter Logopäden von einer komplexen Störung.

 

Dazu werden beispielsweise

  • Sprach-, Stimm- und Sprechstörungen durch Autismus
  • neuro-degenerative Erkrankungen wie Morbus Parkinson, die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
  • Dysarthrie nach Gehirn- oder Gesichtsnervenschädigungen
  • durch schwere Hörstörungen bedingte Sprechprobleme
  • oder die nasal bedingte Rhinophonie (Rhinolalie) gezählt.

Um Ihnen zu vermitteln, von was für logopädischen Störungsbildern Menschen noch betroffen sein können, hier ein kleiner Einblick in die faszinierende Welt der Sprachtherapie. 

 

Nach Schlaganfällen oder Hirnblutungen, aber auch durch psychische Traumata leiden Patienten an sogenannten Aphasien. Ihnen fehlt plötzlich auf allen Ebenen der Zugang zur Sprache. Sprechen, Schreiben oder Verstehen müssen neu erlernt werden. Solche Wortfindungs- und Artikulations-Störungen lassen nicht immer auf ein fortgeschrittenes Alter, Schlaganfälle oder Alkoholismus-Folgen schließen. Sie können beispielsweise auch aufgrund einer chronischen Intoxikaton entstehen.

 

Verschiedene Stressoren können eine psychogene Aphonie oder eine psychogene Dysphonie verursachen. Hier handelt es sich nicht um eine Überlastung der Stimme durch einen entsprechenden Beruf, sondern um Stimmstörungen, die durch psychosomatische oder psychosoziale Faktoren ausgelöst wurden. Von daher bietet sich die Einbindung der Familie in die Therapie an.

 

Von Sprechapraxie spricht man, wenn eine korrekte Lautbildung zwar möglich ist, aber die Kontrolle über die Mundbewegungen trotzdem nicht richtig funktioniert. Der Betroffene spricht schwer verständlich oder stockend. Können einige Laute nicht mehr korrekt gebildet werden, ist die Sprache schwer verständlich oder der Stimmklang verändert, spricht die Logopädie von einer Dysarthrophonie.

 

Funktionelle Schluckstörungen - beispielsweise nach Operationen oder Schlaganfällen - nennt man myofunktionelle Störungen, organisch bedingte hingegen Dysphagie. Der ähnlich klingende Begriff Dysphonie meint hingegen funktionelle oder organisch bedingte Stimmstörungen wie Heiserkeit oder Räusperzwang. Solche Störungen können beispielsweise nach Kehlkopf-Operationen, Erkrankungen, durch Funktionsstörungen oder Verletzungen des Kehlkopfes auftreten. Sie können auch psychisch bedingt sein oder auf neurologische Problemfelder hinweisen.

 

Da das Gehör an der Sprechfähigkeit und der Aussprache beteiligt ist, gehören Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen zum logopädischen Berufsfeld. Die von solchen Störungen betroffenen Menschen erhalten Hilfe bei grammatischen Störungen, bei Störungen bei der Schriftsprache oder bei Redefluss-Störungen. 

 

Als dysarthrische Störung bzw. Dysarthrophonie bezeichnen Logopäden Sprechstörungen, die durch Gehirnschäden oder neurologische Hirnausfälle bedingt sind. Betroffen sind hier beispielsweise die Sprechatmung, die Stimmgebung und die Artikulationsfähigkeit. Es können alle drei Bereiche gestört sein oder nur einer davon.

 

Nasal bedingte Störungen des Stimmklangs und der Artikulation bezeichnet man alsRhinophonie. Auch sie können die Sprechfähigkeit sehr beeinträchtigen. Ursache ist oft eine neurologische Störung oder eine Schwäche des Gaumensegels.

 

Orofaziale Probleme wie eine Lippen-Gaumen-Spalte, Zahnfehlstellungen oder eine gestörte Zungenmotorik ziehen verschiedene Funktionsstörungen des Mundes nach sich. Sowohl die Kommunikation als auch die Atmung oder die Nahrungsaufnahme können dadurch beeinträchtigt werden. Die Logopädie kann solche Störungen erkennen und erfolgreich behandeln.